12.09.2019 | Autor: Michael Pellny | Lesedauer: 3 Minuten

Schaffen Sie einen wertebasierten Spielplatz für reife Erwachsene!

12.09.2019 | Autor: Michael Pellny
Lesedauer: 3 Minuten

Wir haben es alle schon mehrmals gelesen, gehört und spüren es, die Zeit des Taylorismus ist vorbei. Hoher Wettbewerbsdruck, hektische Märkte und eine unberechenbare Zukunft führt Unternehmen dahin sich dynamisch und kundenorientiert für die Zukunft einzustellen. Relevante Voraussetzung um die Organisation agil und dynamisch aufzustellen, ist neben neuen Organisationsstrukturen auch die richtige Unternehmenskultur.

Autor Michael Pellny Geschäftsführer Weissman Institut

Dabei spielen vor allem Werte eine große Rolle, und zwar nicht die, die nur in einem Leitbild festgeschrieben sind und in einer Broschüre im Schrank verstauben. Sondern die, die selbstverständlich gelebt werden. Um das zu schaffen, sind vor allem die Führungskräfte gefordert.

Klingt eigentlich alles recht einfach, dennoch ist die Umsetzung in der Praxis oft schwer. Wenn ich mit Führungskräften arbeite, treffe ich auch immer wieder auf Widerstand und Unverständnis, wie Werte ein Unternehmen/die Gemeinschaft spürbar vorwärtsbringen sollen.
Dann versuche ich meinem Gegenüber folgendes klar zu machen: Wir leben Werte, die wichtig für unser Unternehmen sind, schon in einem Selbstverständnis im Privatleben. Was sollte also dagegensprechen diese auch ins Unternehmen zu tragen und vielleicht noch um den ein oder anderen Wert zu ergänzen. In einer glücklichen Partnerschaft sind wir zum Beispiel aufmerksam, übernehmen Verantwortung, tolerieren Fehler und gehen respektvoll mit dem Gegenüber um. So schaffen wir eine Beziehung mit einem hohen Vertrauensniveau. Die gleiche Basis benötigen wir für eine neue dynamischere Organisation in Unternehmen, denn das ist die Grundlage für agiles arbeiten.

Der schon oft zitierte Peter Drucker prägte die These „culture eats strategy for breakfast“. In der heutigen volatilen Arbeitswelt ist die Balance von Strategie und Kultur wichtiger denn je. Standen früher hauptsächlich die Fachkompetenzen beim Prozess der Mitarbeitergewinnung im Vordergrund, sind es für mich heute vielmehr die gemeinsamen Werte, die zur Entscheidung für oder vor allem gegen die Einstellung eines Mitarbeiters führen sollten. Denn Kompetenzen lassen sich in den meisten Fällen entwickeln, die Einstellung des Mitarbeiters lässt sich aber umgekehrt nur schwer ändern.

Wenn wir möchten, dass alles so bleibt wie es ist, müssen wir uns anpassen.

Doch wie gelingt die Umsetzung? In einem Spielplatz für reife Erwachsene ist es unerlässlich, dass die Führungskraft Handlungsspielräume definiert, zeitgleich aber loslässt und vertraut, denn nur dann können Mitarbeiter zielorientiert mit verantwortungsvollem Verhalten die an sie gestellten Anforderungen erfüllen. Fehler machen gehört dabei zum Tun dazu, um persönlich zu wachsen und auch um die Organisation erfolgreicher zu machen.

Zukünftig müssen Führungskräfte sich viel mehr mit der Verhaltensebene beschäftigen. Dazu braucht es natürlich neben den strategischen Zielen, die in den meisten Unternehmen bereits fest verankert sind, auch Verhaltensziele von Mitarbeitern und Führungskräften. Dabei ist es unabdingbar, dass die Führungskraft von heute auch über psychologisches Grundwissen verfügt und sich diese Fähigkeit im tagtäglichen Umgang widerspiegelt.

Bereits im Recruiting Prozess sollten deswegen die Motive und das Verhalten der Bewerber eine bedeutende Rolle spielen, genauso wie eine sinnvolle Verknüpfung des Wissens in Mitarbeitergesprächsleitfäden, Mitarbeiterbefragungen und anderen Führungsinstrumenten die im Unternehmen vorhanden sind.

Gestalten Sie Ihre eigene Unternehmenskultur, in der Sie gemeinsam mit Ihren Führungskräften den Erfolg Ihrer Organisation regelmäßig (weiter-)entwickeln. Nicht als Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sondern in partnerschaftlicher Zusammenarbeit.

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