15.03.2021 | Autor: Johannes Josnik | Lesedauer: 3 Minuten

Ohne Strategie hilft nur Hoffen!

Die unverzichtbaren Erfolgsgeheimnisse einer nachhaltigen Strategie in diffusen Zeiten

15.03.2021 | Autor: Johannes Josnik
Lesedauer: 3 Minuten

Gerade in Zeiten des Wandels und der volatilen Märkte suchen Unternehmen verstärkt nach dem roten Faden, also einer Strategie, die ihnen den Weg durch diese unsicheren Zeiten aufzeigt. Umso erstaunlicher ist es, dass gerade in der jetzigen Zeit, in der das einzig Beständige der Wandel ist, einige Unternehmen die Sinnhaftigkeit einer nachhaltig und langfristig ausgelegten Strategie hinterfragen. Doch genau solch eine Strategie ist es, die es einem ermöglicht, nicht kopflos durch diffuse Zeiten zu gehen. Doch was macht eine starke Strategie aus? Erfahren Sie in diesem Artikel, welche unverzichtbaren Erfolgsfaktoren Sie beachten müssen, so dass Sie nicht nach Prinzip Hoffnung, sondern mit Voraussicht und Klarheit agieren.

Johannes Josnik Senior Projektleiter
Rückruf vereinbaren

Die Argumentation gegen eine langfristige Ausrichtung des Unternehmens ist ja auf den ersten Blick auch bestechend einfach. Wie soll man denn in Zeiten, in denen man kaum voraussagen kann, was im nächsten Monat passiert, Konzepte für drei, sieben oder noch mehr Jahre entwickeln und auch umsetzen? Bis die Planung abgeschlossen ist, sind die Rahmenbedingungen doch längst ganz andere. Doch so einleuchtend diese Überlegung auch scheint, sie ist grundlegend falsch und sogar grob fahrlässig!

Fakt ist, dass wir heute wie zu allen anderen Zeiten auch Entscheidungen von hoher strategischer Dimension treffen. Wir verändern unser Produkt- und Marktkonzept, verlagern Produktionsstandorte, investieren in Produktionstechnologien und stärken den eigenen Markenwert. Alle diese Bereiche und Entscheidungen entfalten ihre langfristige Wirkung erst in der Zukunft. Die Realität zeigt also, dass wir zu allen Zeiten Entscheidungen von weitreichender und langfristiger Bedeutung treffen, auch dann wenn die Unsicherheit immer stärker steigt. Und so werden Unternehmer und Führungskräfte lernen müssen, wie professionelle Chaospiloten in Phasen mit hohen Turbulenzen zu navigieren (vgl. Weissman, Arnold: Raus aus der Strategiefalle).

Die Anforderungen an jeden Einzelnen, Entscheidungen schnell und unter Unsicherheit zu treffen, werden weiter steigen. Und genau dafür benötigt man einen roten Faden. Demnach ist es heutzutage wichtiger denn je, eine zukunftsfähige Strategie zu haben.

Die Erfolgsfaktoren einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Strategie

Klar ist also, dass eine Strategie heutzutage entscheidend für den Unternehmenserfolg ist. Doch was macht eine gute Strategie aus? Längst bekannt ist, dass eine steigende Flut an Volatilität, Unsicherheit und Komplexität dafür sorgt, dass Märkte aufgewühlt werden und sich die Wettbewerbssituationen nachhaltig verändern. Unvorhersehbare Gegebenheiten, wie es die Corona-Krise ist, zeigen gnadenlos auf, dass ein „weiter wie bisher“ keine Option ist. Doch gerade in solchen Zeiten drängen sich Fragen auf, die nur schwer zu beantworten sind:

  • Wie verändert sich meine Branche?
  • Wie bin ich nachhaltig wettbewerbsfähig?
  • Wie kann ich Veränderung positiv gestalten?

Denn nur, wenn ich auf diese Fragen Antworten habe, weiß ich heute, was ich tun muss, damit ich morgen noch wettbewerbsfähig bin.

Erfolgsfaktor 1 & 2: Vision und Mission schaffen Leitplanken

Der erste Schritt auf der Suche nach Antworten ist es, eine starke Vision und verlässliche Werte zu haben. Diese sind die Voraussetzung für Motivation und Energie im Unternehmen und für das Lösen langfristiger Probleme. Der Humanwissenschaftler Erich Fromm hat einst gesagt: „Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man strebt, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen möchte, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen.“ Das gilt auch für Unternehmen. Wenn die Mitarbeiter keiner Vision folgen können und über keine Leitlinien verfügen, an denen sie ihr tägliches Handeln ausrichten können, so wird das Unternehmen auf Dauer nicht erfolgreich sein.

Und gerade dann, wenn das Umfeld immer volatiler und schnelllebiger wird, gibt ein starkes Leitbild dem Unternehmen Halt und bildet die Leitplanken für Entscheidungen. Werte sind somit das Fundament eines jeden Unternehmens, die Vision der starke Fixstern, den man erreichen möchte.

Erfolgsfaktor 3: Die vier Säulen eines erfolgreichen Unternehmens

Jetzt gilt es, die Werte, also das Fundament, mit der Vision, dem Dach, zu verbinden, um ein stabiles Unternehmen zu haben. Dadurch entsteht das Haus eines erfolgreichen Unternehmens.

Die Strategie an sich zielt darauf ab, eine langfristige Unternehmensentwicklung zu gewähren. Sie ist kein Paperwork, kein Zahlenfriedhof, sondern leistet viel mehr einen messbaren Beitrag zur Steigerung der Überlebensfähigkeit des Unternehmens. Strategiearbeit muss konkrete Schritte und Etappen auf dem Weg zu den Wettbewerbsvorteilen von Morgen liefern.

Die Organisation muss der Strategie folgen, sie muss also die Erfordernisse der Strategie abbilden. Entscheidend ist es, die Organisation auf ein Ziel, also der Strategie hin, auszurichten und nicht umgekehrt.

Eine weitere zentrale Säule ist die Führung bzw. der Mitarbeiter. Der Mensch ist heute der wichtigste Aktivposten in Unternehmen und gleichzeitig der entscheidende Engpassfaktor. Insofern kommt diesem Bereich zukünftig eine noch stärkere Bedeutung zu. Nur wenn die richtigen Personen mit den für die Strategieumsetzung benötigten Fähigkeiten vorhanden sind, gelingt eine nachhaltige Strategiearbeit.

In Familienunternehmen spielt die Familie selbst ebenso eine fundamental wichtige Rolle: Eine funktionierende Familie, die hinter dem Unternehmen steht und dafür sorgt, dass es erfolgreich agieren kann, ist enorm wichtig. Diese Säule ist entscheidend und muss funktionieren.

Die vier Säulen eines erfolgreichen Unternehmens

Erfolgsfaktor 4: Kontinuität schlägt kurzfristigen Aktionismus

In der Unternehmens-Praxis lässt sich oftmals beobachten, dass ein Strategiepapier in wenigen Tagen erstellt und für die nächsten Jahre festgeschrieben wird. Strategiearbeit ist jedoch mehr als ein einmaliger Prozess und sollte einen entsprechenden Stellenwert erhalten. Es geht immerhin um die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens und bildet damit die Basis des Erfolgs.

Entscheidend ist somit, einen sinnvollen und geordneten Strategieprozess zu durchlaufen und dabei die Prioritäten entsprechend zu setzen. Doch damit nicht genug. Gerade in schnelllebigen Zeiten heißt es, regelmäßig die festgeschriebenen Prämissen auf den Prüfstand zu stellen und neu zu bewerten. Strategieentwicklung muss im Einklang mit der Unternehmensroutine sein. So sollte mindestens einmal, besser zweimal pro Jahr ein Strategiecheck durchgeführt werden, der für eine Weiterentwicklung der Unternehmensstrategie sorgt.

Dadurch kann auf veränderte Rahmenbedingungen eingegangen werden und die Strategie bleibt stets auf dem aktuellsten Stand. Die Strategie veraltet nicht und ein Unternehmen kann schneller auf Veränderungen reagieren. Nur durch diese Kontinuität kann etwas Nachhaltiges entstehen, so dass ein Unternehmen auch zukünftig erfolgreich am Markt agieren kann.

Fazit

Eine gelungene und starke Strategie kombiniert alle vier vorgestellten Erfolgsfaktoren, so dass diese sich wechselseitig verstärken. Dies führt letztlich zu einer dauerhaft vorausschauenden Unternehmensführung, die darauf ausgerichtet ist, dass Unternehmen zukunfts- und damit wettbewerbsfähig bleiben bzw. werden. Es ist die intelligente Verbindung aus strategischem Denken und operativ konsequentem Handeln.

Strategiearbeit ist somit eine Aufgabe, die die volle Aufmerksamkeit der Unternehmensführung erfordert.

Erfahren Sie mehr zum Thema:

Beitrag teilen: