Bewerbungskiller Social Media? DOs & DON'Ts im Bewerbungsprozess

Facebook, Instagram, Twitter & Co. – wir stöbern gerne auf diesen Plattformen herum oder zeigen unseren Freunden und der Welt was wir alles Tolles machen, welche Länder wir gerade bereisen oder welches neue Outfit uns gerade fabelhaft aussehen lässt. Doch Aufmerksamkeit ist nicht immer positiv, sondern auch kritisch zu betrachten – insbesondere im Rahmen von Bewerbungen. Heutzutage ist es sehr einfach, nach den Profilen potenzieller Kandidaten zu suchen. Und genau hier kann es für Bewerber gefährlich werden: Nicht selten trifft man auf öffentlich zugänglich exzessive Partybilder oder erotisch in Pose gesetzte hübsche Frauen und Männer. Klar, viele Bilder sehen toll aus (was ja sicherlich auch der Zweck dieser Fotos sein soll), aber spiegeln sie den Eindruck wider, den man auch mit seiner Bewerbung beim hoffentlich zukünftigen Arbeitgeber vermitteln möchte?

Aus diesem Grund meine ganz persönliche Bitte an alle, die sich professionell zeigen möchten: Seid stolz auf Eure Bilder, aber bitte privatisiert Eure Profile, sodass sie nur ein ausgewählter Kreis sehen darf! Denn hier gilt „Man bekommt nie die zweite Chance für den ersten Eindruck!“ – und der erste „Schuss“ muss wirklich sitzen.

Im Wesentlichen geht es also darum, folgende DOs & DON’Ts im Bewerbungsprozess zu beachten:

Vorsicht bei der „Selbst-Präsentation“

Es ist nicht verboten Bilder zu posten, ganz im Gegenteil! Es kann Euch z.B. einen Vorteil verschaffen, wenn Ihr stets das hochladet, was mit Eurem Berufswunsch in Verbindung gesetzt werden kann. Ein Beispiel: Solltet Ihr gerne im Marketing-Bereich tätig werden wollen und habt Freude am Bloggen, dann postet dies und demonstriert Euer Talent. Bei Fotos solltet Ihr auch darauf achten, dass die Bilder eine gute Fotoqualität aufweisen. Verpixelte, oder schlecht erkennbare Fotos könnten auf ein fehlendes Qualitätsbewusstsein schließen. Also nehmt Euch ruhig ein wenig mehr Zeit für die Auswahl Eurer Bilder. Social Media ist nicht nur Spaßvertreib, sondern bietet auch eine Möglichkeit seine Stärken zu präsentieren und gleichzeitig auch die Lücken, die sich eventuell im Lebenslauf gebildet haben, zu füllen. Veranschaulichen kann man dies an dem Beispiel des Work-and-Travels. Viele entscheiden sich nach ihrem Schul- oder Studienabschluss dafür, was dazu führt, dass im Lebenslauf eine Lücke entsteht. Social-Media-Kanäle bieten dann hierfür eine Chance, aufzuzeigen, welche Erfahrungen man in dieser Zeit gesammelt hat .

Ihr könnt Eure Beiträge auch gerne nach beruflichen sowie privaten Zwecken trennen, oder Ihr nutzt die verschiedenen Kanäle auf unterschiedliche Weise. Für berufliche Zwecke eignen sich besonders Xing oder LinkedIn, wo wir auch schon beim nächsten Punkt wären.

Netzwerk

Diese Plattformen bieten Euch insbesondere die Möglichkeit, Euch früh genug mit Kollegen zu vernetzen und zu verbinden, oder auch mit denen, die in Eurem Wunsch-Unternehmen tätig sind. Nutzen kann Euch das in dem Sinne, wenn Ihr Inhalte postet, die andere beeindrucken. So könnt Ihr Euren Kontakten Euer Know-how in speziellen Themengebieten demonstrieren. Obendrein weckt dies auch Interesse und macht Euch als Kandidaten attraktiver. Aber Vorsicht: auch hier gilt Qualität vor Quantität. Die Betonung liegt auf „pflegen“, nicht auf „belästigen“.

Schlüsselbegriffe

Verwendet bei Euren Postings Schlüsselbegriffe, bestimmte Keywords, um nicht nur Aufmerksamkeit zu erwecken, sondern auch leichter in Google gefunden zu werden. Um auf Nummer sicher zu gehen, könnt Ihr Euch auch selber googeln. Ggf. findet Ihr sogar negative Einträge (falls es welche gibt) und könnt diese ggf. löschen.

Korrekte Schreibweise

Natürlich ist es allen bewusst, dass die Bewerbung keine Mängel in der Grammatik und Rechtschreibung aufzeigen sollte. Dennoch lese ich oft, dass entweder der Firmenname oder der Name der Ansprechperson falsch geschrieben ist. Es gibt Personaler, bei denen dieser „kleine“ Fehler einen fetten Minuspunkt darstellt. Hat man der Bewerbung vielleicht doch zu wenig Aufmerksamkeit bei der Erstellung geschenkt? Mein Tipp: 4-Augen-Prinzip

Unterlagen

Bewerbungsmappen ausgedruckt per Post zuzusenden ist nicht mehr so ganz im Sinne des Digitalisierungszeitalters. Sendet Eure Bewerbung einfach gesammelt als eine PDF-Datei per E-Mail zu. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern schont auch Euren Geldbeutel.

Anschreiben & Lebenslauf

Die große Bedeutung sollte Euch bewusst sein: Euch stehen neben dem Lebenslauf im Anschreiben nur ein paar Zeilen zur Verfügung, um den Personaler zu „catchen“. Überzeugt uns durch Schilderung Eurer Erfahrungen und Know-hows, dass genau Ihr der/die Richtige für uns seid um mit uns gemeinsam unser Unternehmen spürbar vorwärts zu bringen! Zudem sollte erkennbar sein, dass Ihr Euch mit unserem Unternehmen und der offenen Stelle auseinandergesetzt habt. Im Anschreiben gilt natürlich auch ganz klar: Finger weg von Standardfloskeln!

Auch im Lebenslauf müsst Ihr uns von Euren Qualifikationen alleine durch Stichpunkte überzeugen. Oft lese ich hier leider nur die Zeiträume, die Firmennamen und die Position. Ergänzt doch hier einfach noch Eure Hauptverantwortungsgebiete und -aufgaben.

Fazit

Zusammenfassend rate ich Euch also zur Privatisierung Eurer Social Media-Accounts, der Verwendung gezielter Fotos & Posts; pflegt ein gutes Netzwerk sowie Eure Schlüsselbegriffe – und so wird der „Bewerbungskiller“ Social Media nicht mehr zu einer Bedrohung für den Bewerbungsverlauf, sondern zu einem Bewerbungs-Booster! Wenn Ihr Euch jetzt noch intensiv mit Euren Bewerbungsunterlagen auseinandersetzt, steht Eurer erfolgreichen Bewerbung nichts mehr im Wege!

Erika Arz