20.11.2018 | Autor: Stefan Gutsch | Lesedauer: 3 Minuten

Ungenutzte Potentiale bei guter agiler Ausgangsbasis

Weissman-Studie „Agile Champions“: Wie agil müssen Familienunternehmen morgen sein?

20.11.2018 | Autor: Stefan Gutsch
Lesedauer: 3 Minuten

Seit einigen Jahren rumort es in kleinen und großen, in konservativen und progressiven Unternehmen: dynamischere Märkte, technischer Wandel durch Digitalisierung, der Mangel an qualifizierten Kräften sowie steigende Anforderungen der Mitarbeiter verändern Geschäftsmodelle und Organisationen. Hierarchiegeprägte, „klassische“ Organisationen stoßen dabei zunehmend an Belastungsgrenzen mit gestressten Mitarbeitern und unerfüllten Kunden-Anforderungen. Viele Familienunternehmer und auch Führungskräfte wissen nicht mehr, welchem „Hype“ sie folgen oder glauben sollen und an welcher Schraube sie nun drehen sollen, und müssen.

Autor Stefan Gutsch Partner

Um in dieser immer volatileren Welt mit individueller werdenden Kundenanforderungen und neuen Wettbewerbern bestehen zu können, flexibel zu agieren und wendig zu bleiben, benötigen Unternehmen einen hohen Grad an Agilität. Weissman & Cie. hat von Juni bis August 2018 mit 154 Familienunternehmen im deutschsprachigen Raum eine Studie zum Thema der Agilität durchgeführt. An dieser Top-Entscheider-Studie nahmen zu 84% Gesellschafter und/oder Geschäftsführer teil.

Die Mehrheit ist von den hohen Potentialen, die agile Unternehmen heben können, überzeugt. So ist der Großteil der Ansicht, dass hoch agile Unternehmen zufriedenere Kunden haben (73%) und stärkere Umsatzzuwächse (knapp 80%) verzeichnen als weniger agile Unternehmen. Agilität ist kein Selbstzweck, sondern befähigt ein Unternehmen, Veränderungen im Markt und Unternehmensumfeld zu erkennen sowie flexibel und schnell darauf zu reagieren – und letztlich überlebensfähig zu bleiben. Knapp 75% der befragten Familienunternehmen bringen die Voraussetzungen für agiles Handeln mit, zu oft bleiben jedoch noch Potentiale ungenutzt.

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Defizite sind vor allem hinsichtlich einer agilen Ablauforganisation, einer Innovationskultur und Kooperationsbereitschaft mit externen Dritten sowie einer Nutzung agiler Methoden & Technologien zu verzeichnen. Nach eigenen Angaben besteht Handlungsbedarf hinsichtlich innovativer und individuellen Lösungen mit hohem Kundennutzen, denn nur 30-40% der Unternehmen beziehen Kunden oder Lieferanten in die Entwicklung oder Gestaltung ihrer Angebote mit ein. Des Weiteren nutzen gerade einmal 24% moderne Technologien für Teamarbeit oder im Bereich Entwicklung & Design.

Das Top-Management der Familienunternehmen verfügt mehrheitlich über das entsprechende Commitment und treibt den agilen Veränderungsprozess voran. Gleichzeitig ist die Veränderungsbereitschaft von Führungskräften der folgenden Hierarchieebenen sowie der operativen Mitarbeiter weniger ausgeprägt: weniger als 50% der Führungskräfte treiben neue Ideen und Technologien proaktiv voran. Um den agilen Wandel voranzutreiben, müssen Führungskräfte wie operative Mitarbeiter für Agilität weiter sensibilisiert werden, denn Agiles Handeln birgt die große Chance für Familienunternehmen, ihre Trag- und Zukunftsfähigkeit nachhaltig zu steigern.

Alle Studienergebnisse lesen Sie in unserer Publikation „Agile Champions“.

 

 

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