17.09.2019 | Autor: Julian van der Linden | Lesedauer: 3 Minuten

Mal so richtig innovativ sein…

10 Ratschläge, um Ihr Unternehmen richtig innovativ aussehen zu lassen

17.09.2019 | Autor: Julian van der Linden
Lesedauer: 3 Minuten

Meine Artikel aus der Reihe „Woher kommt das Neue? – Einblicke in die Welt der Start-ups und Innovationen“ führen immer wieder zu der Frage: „Was muss ich eigentlich tun, um mein Familienunternehmen innovativ und agil zu machen?“. Zum Ende meiner Artikelreihe habe ich Ihnen die 10 Ratschläge zusammengestellt, die Ihr Unternehmen garantiert so richtig innovativ aussehen lassen – getreu dem Motto: „Ratschläge sind auch Schläge“.
Ähnlichkeiten zu real existierenden mittelständischen Unternehmen und Konzernen aus DAX und Co. sind selbstverständlich rein zufällig.

Autor Julian van der Linden Projektleiter

1. Machen Sie eine Innovations-Pilgerreise ins Silicon Valley

Wenn Sie so richtig innovativ werden wollen, müssen Sie natürlich das Silicon Valley besuchen – oder wahlweise auch die Start-up-Hotspots Tel Aviv oder Berlin. Treffen Sie sich mit Start-up-Gründern und erzählen Sie dann der Mannschaft im heimischen Betrieb davon, wie energiegeladen, cool und inspirierend die Damen und Herren an die Disruptionen von morgen herangehen – und dass das morgen bei Ihnen auch so laufen soll.

Bonuspunkte bekommen Sie übrigens für die organisierten Innovationsreisen von Agenturen: Da lernen Sie sicherlich diejenigen Start-ups, Investoren und Insider kennen, die sonst noch keiner in seinem Netzwerk hat.

 

2. Benehmen Sie sich wie ein Start-up

Was glauben Sie über Start-ups zu wissen? Richtig, dort wird ein anderes Grundvokabular benutzt (bspw. „Pivot“, also die Veränderung der strategischen Stoßrichtung oder „disruption“, also die nachhaltige und mitunter fundamentale Veränderung eines Marktes), alle laufen in Sneakers und Mark Zuckerberg Gedächtnis-Hoodies rum und hin und wieder wird ein Koch engagiert, um glutenfrei-vegan zu kochen – für den gemeinsamen Spirit. Machen Sie das auch alles und Sie werden umgehend deutlich innovativer sein.

Bonuspunkte bekommen Sie übrigens dafür, wenn Sie dann auch noch ironische und/oder einfach nur abgedreht-nichtssagende Titel und Bezeichnungen vergeben, wie beispielsweise „Innovation Evangelist“, „Content Hero“, „Software Ninja“ oder „Innovation Sherpa“ – alles klar, oder?

3. Halten Sie Brainstormings und creative breakout sessions ab – mit ganz vielen Post-Its

Wenn Sie es wirklich ernst meinen mit Innovationen, dann verwenden Sie unbedingt diese bunten Post-Its, um Ideen zu notieren (Achtung: Die gelben Post-Its sind total unkreativ!). Diese Zettel können Sie wirkungsvoll im gesamten Besprechungsraum hinkleben – und dann am besten lange dort hängen lassen, damit alle sehen können, was für innovative Ideen hier erdacht werden.

4. Richten Sie sich ein wie ein Start-up

Es gibt noch mehr, was Sie adaptieren können, um direkt so innovativ wie jedes Start-up zu sein: Um die Ideen und die Umsetzung richtig fließen zu lassen, kommt der „offene Büro-Grundriss“ – früher auch als Großraumbüro bekannt – zum Einsatz. Bitte unbedingt mit der „Clean Desk Policy“ verbinden und überall sog. Whiteboards aufhängen – oder gleich beschreibbare Wände und Glas verbauen – damit jederzeit und überall die crazy Ideen aufgeschrieben und visualisiert werden können.

Tipp aus dem Berater-Alltag: Flipchart-Marker vertragen sich nicht gut mit Whiteboards, also schön voneinander trennen.

5. Sie brauchen Ideen und Impulse von außen

Reden Sie intern immer wieder davon, wie wichtig es ist, Ideen und Impulse von extern ins Unternehmen zu holen. Egal ob Co-Creation mit den Kunden oder Einbindung von Lieferanten – Hauptsache machen! Und bitte halten Sie sich nicht mit den Bedenkenträgern auf, die sagen, dass man solches externe Wissen systematisieren sollte, um es dauerhaft für die eigene Organisation nutzen zu können.

6. Sie brauchen einen eigenen Accelerator und / oder eine eigene VC-Truppe

Wenn Sie als Lenker eines Konzerns oder großen Mittelständlers wissen, dass Ihr Markt und Ihr Unternehmen disrupiert werden, dann zeigen Sie mit eigenem Accelerator und/oder einer eigenen Abteilung für Risikokapital-Investitionen (Venture Capital, VC), dass Sie verstanden haben und die Herausforderung annehmen. Verteilen Sie ruhig mal eine halbe Million € auf 10 verschiedene Start-ups (am Besten in einer frühen Reifephase) – Ihre Kernorganisation wird dann bestimmt irgendetwas mit diesen Start-ups anfangen können.

Bonuspunkte bekommen Sie übrigens dafür, wenn Sie den internen Aufbau der genannten Strukturen dann auch noch an einen Dienstleister auslagern, so dass Sie sich nicht mit lästigen Lerneffekten belasten müssen.

7. Lassen Sie die Finger von Kennzahlen und Zielwerten

Bitte geben Sie Ihren Innovations- und Projektteams keine konkreten Ziele und Vorgaben – und schon gleich gar keine Kennzahlen. Das schadet nur der Kreativität – und am Ende müssten Sie ja Zielvorstellungen äußern, die dann ja möglicherweise gar nicht erreichbar sind. Das lässt niemanden gut aussehen!

8. Fördern Sie den internen Wettbewerb

Apropos Innovations- und Projektteams: Wer viel Innovation haben will, der braucht natürlich auch viele Teams, die daran arbeiten. Als grundlegende Aufstellung benötigen Sie auf jeden Fall ein Innovationsteam, ein Team für Digitale Transformation, dann vielleicht noch eines für Geschäftsmodell-Innovationen, eines für strategische Partnerschaften – und wenn Sie Ratschlag Nr. 6 beherzigen, dann natürlich auch das Accelerator- und VC-Team. Und verweisen Sie bitte die ewigen Nörgler, die fehlende Transparenz, kaum Wissenstransfer und ähnlich-klingende, aber unabgestimmte Aufträge der Teams beklagen, darauf, dass der Wettbewerb um die besten Ideen ja schließlich nicht schaden kann.

9. Erwarten Sie zügige Ergebnisse

Natürlich wissen Sie eigentlich, dass Investitionen in die eigene Innovations- und Zukunftsfähigkeit langfristiger Natur sind – trotzdem sollten die Teams asap (as soon as possible) Ergebnisse vorweisen und zwar mit ordentlichen Mehrumsätzen, Renditen oder Einsparungen. Sonst macht das Ganze schließlich keinen Sinn und muss im nächsten Geschäftsjahr eingestampft werden – spätestens!

10. Gewinnen Sie frühere FAMGA-Mitarbeiter

Überlassen Sie Innovation und Neues den Leuten, die sich damit auskennen und gewinnen Sie ein paar neue Mitarbeiter, die früher bei Facebook, Amazon, Microsoft, Google und/oder Apple tätig waren. Die können nicht anders als innovativ und werden sicherlich auch Ihre Mannschaft mitreißen und im Nu Ihr Unternehmen agiler machen. Wenn Sie so jemanden nicht dauerhaft gewinnen können, dann gehen Sie ersatzhalber bei LinkedIn auf die Suche nach „Key Note Speakers“, deren Werdegang eine der genannten Firmen aufweist.

Nun mag nicht jeder dieser Punkte für jedes Familienunternehmen passen, aber versuchen Sie es doch mal – entweder genauso, oder einfach ganz anders. Und falls Sie Ihr Verhalten in einem der 10 (nicht ganz ernstgemeinten) Ratschläge wiedererkennen sollten – nehmen Sie es mit Humor! Denn mit Freude und Spaß bei der Sache ist man für gewöhnlich viel kreativer.

Download als handliches PDF: Mal so richtig innovativ sein… (PDF, 2 MB)

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