13.11.2020 | Autor: Peter Renner | Lesedauer: 3 Minuten

Die Zukunft des Innovationsmanagements

Vom Zufall zum wirkungsvollen Innovationsmanagement

13.11.2020 | Autor: Peter Renner
Lesedauer: 3 Minuten

Eine wesentliche Voraussetzung für langfristigen Unternehmenserfolg ist die kontinuierliche Weiterentwicklung. Neue Lösungen und stetige Veränderung müssen in der Organisation zur Selbstverständlichkeit werden. Dennoch setzen mittelständische Unternehmen bei Innovationen häufig auf das „Prinzip Hoffnung“, überlassen diese also dem Zufall. Mit einem wirkungsvollen Innovationsmanagement können Unternehmen die Wahrscheinlichkeit, erfolgreiche Innovationen hervorzubringen, maximieren.

Autor Peter Renner Senior Berater

Unternehmenserfolg durch Innovation

Es sind insbesondere der zunehmende Wettbewerbsdruck, die exponentielle Entwicklung neuer Technologien und steigende Kundenansprüche, die Unternehmen heute vor große Herausforderungen stellen. Wer sich diesen Veränderungen nicht annimmt und sein Unternehmen nicht stetig weiterentwickelt, wird früher oder später vom Markt verschwinden – unabhängig von der heutigen Größe und der aktuellen Marktposition.

Eine wesentliche Voraussetzung für langfristigen Unternehmenserfolg ist daher die kontinuierliche Entwicklung und Vermarktung neuer, an den Kundenbedürfnissen orientierter Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle. Es erhöht sich der Handlungsdruck, immer effektiver und effizienter zu innovieren.

Dabei wird der Begriff Innovation oft auf die Entwicklung von gänzlich neuen Lösungen beschränkt. Am häufigsten entstehen Innovationen allerdings, indem heute schon bestehende Lösungen angepasst, aufgebrochen und neu zusammengesetzt oder miteinander verbunden werden. Gerade kleinere und mittlere Unternehmen können davon profitieren, Entwicklungen anderer Anbieter aufzunehmen und auf ihr eigenes Geschäft anzuwenden (Quelle: RKW Kompetenzzentrum).

Trotz der hohen Bedeutung von Innovationen für den Unternehmenserfolg, halbierte sich laut einer Studie des KfW die „Innovatorenquote“ in den letzten 15 Jahren. Für die Zukunftsfähigkeit und internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist das eine gefährliche Entwicklung. Viel zu oft werden neue Lösungen dem Zufall überlassen. Mit einem wirkungsvollem Innovationsmanagement können Unternehmen die Wahrscheinlichkeit, erfolgreiche Innovationen hervorzubringen, maximieren.

Erfolgsfaktoren für das Innovationsmanagement

Weder entstehen Innovationen „einfach so“, noch können neue Lösungen erzwungen werden. Vielmehr müssen Unternehmen die Rahmenbedingungen schaffen, innerhalb derer kreative Lösungen entstehen können. Dabei beobachten wir drei elementare Erfolgsfaktoren, um ein solches, wirkungsvolles Innovationsmanagement aufzubauen. Inwieweit sind die folgenden Erfolgsfaktoren in Ihrem Unternehmen bereits verankert?

1. Innovationsstrategie festlegen

Eine gute Innovationsstrategie leitet sich aus der übergeordneten Unternehmensstrategie ab und legt klare Leitplanken fest, innerhalb derer möglichst frei nach kreativen Lösungen gesucht werden kann. Definieren Sie also, in welchen Markt-, Produkt- oder Technologiefeldern innoviert und nach welchen Ideen gesucht werden soll. Treffen Sie darüber hinaus Aussagen zu weiteren strategischen Optionen (Intensität der Innovationstätigkeit, Alleingang oder Kooperationen, Innovationsführerschaft oder Imitationsstrategie, Eigenentwicklung oder Übernahme, etc.). Kommunizieren Sie die entwickelte Innovationsstrategie im gesamten Unternehmen, um sie für alle Mitarbeiter zugänglich zu machen und für deren Akzeptanz zu werben.

2. Organisatorische Voraussetzungen schaffen

Durch die Entwicklung und Kommunikation einer Innovationsstrategie alleine, wird sich voraussichtlich nicht viel ändern. Schaffen Sie daher klare Verantwortlichkeiten für Innnovation im Unternehmen (z.B. in Form einer Innovationsabteilung). Diese Abteilung ist nicht alleinig verantwortlich für Innovationen. Vielmehr stellt sie den Innovationstreiber im Unternehmen dar und entwickelt gemeinsam mit funktionsübergreifenden Teams, Kunden und Partnern neue Lösungen. Sie ist also die zentrale Anlaufstelle für neue Ideen und begleitet das Innovationsgeschehen im Unternehmen.

Typischerweise orientiert sie sich dabei an einem strukturierten Innovationsprozess: Gemeinsam werden Ideen gesammelt, bewertet und priorisiert. Für die besten Ideen werden Konzepte entwickelt. Hält die konzeptionierte Idee, was sie verspricht, wird ein Prototyp entworfen und getestet. Sicher kann der Prozess bis hierin zeitintensiv sein, allerdings sollte er noch relativ wenig Budget verschlungen haben. Auch für Prototypentests gibt es meist einfache, kostengünstige Lösungen. Nach dem Prototypentest kann entschieden werden, ob die Idee ausgerollt werden soll. Wenn dem so ist, wird die neue Lösung schrittweise in den Tagesbetrieb überführt und im Unternehmen verankert. Ist die Lösung gänzlich neu und weit vom Kerngeschäft des Unternehmens entfernt, kann es sich lohnen die Innovation in einer eigens dafür vorgesehenen Einheit umzusetzen.

Um dieser Aufgabe nachzukommen, benötigt die Innovationsabteilung unbedingt die notwendigen (Entscheidungs-)Freiheiten, ausreichend Innovationsbudget und Zugang zu funktionsübergreifenden Teams, Kunden und Partnern. Außerdem muss den Unternehmen bewusst sein, dass Innovationen nicht über Nacht entstehen. Geben Sie den Verantwortlichen also ausreichend Zeit, einen erfolgreichen Innovationsprozess zu implementieren.

3. Innovationskultur fördern

Neue Lösungen sind stets mit Risiko verbunden. Klar ist dennoch, dass ein sinnvolles und gezieltes Eingehen von Risiken erfolgreiche von weniger erfolgreichen Unternehmen unterscheidet. Motivieren Sie also ihre Mitarbeiter aktiv, Neues und Ungewöhnliches zu wagen. Schulen Sie vor allem auch Ihre Führungskräfte, damit sie den Mitarbeitern aus ihren Teams den nötigen Freiraum und die Sicherheit für innovative Ideen geben. Ziel ist es, Veränderung und Neues zur Selbstverständlichkeit zu machen. Auch das ist nicht alleinig die Aufgabe der Innovationsabteilung, sondern muss insbesondere vom Management und den Führungskräften getrieben werden.

Innovationen angehen!

Um von zufälligen Entdeckungen zu einem wirkungsvollen Innovationsmanagement zu kommen, benötigen Sie somit zuerst eine Innovationsstrategie. Schaffen Sie anschließend die organisatorischen Rahmenbedingungen mit klaren Verantwortlichkeiten für den Innovationsprozess. Nehmen Sie Ihre Führungskräfte und Mitarbeiter mit und geben Sie Ihnen die nötige Freiheit und Sicherheit zur kreativen Entfaltung.

Wie entwickeln Sie Innovationen in Ihrem Unternehmen? Haben Sie die notwendigen Rahmenbedingungen etabliert? Welche Methoden wenden Sie an?

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