10.09.2020 | Autor: Peter Renner | Lesedauer: 3 Minuten

Die Zukunft der Logistik

Vom Gabelstapler zur automatisierten „On-Demand“-Lieferung

10.09.2020 | Autor: Peter Renner
Lesedauer: 3 Minuten

Die Geschichte der Logistik ist gleichzeitig eine Geschichte der Automatisierung und Digitalisierung. Angefangen bei der Dampfmaschine über den Gabelstapler hin zu autonomen Pack-Robotern ändern neue Technologien kontinuierlich die Spielregeln der Branche. Im Fokus stehen dabei die Automatisierung, die Schaffung von Transparenz über die gesamte Lieferkette und die Optimierung der „letzten Meile“.

Autor Peter Renner Senior Berater

Die Logistik im Wandel der Zeit

Das übergeordnete Ziel der Logistik ist es, Produkt-, Dienstleistungs- und Informationsflüsse über die Lieferkette hinweg möglichst effizient zu planen und umzusetzen. Dabei blickt sie auf eine lange Entwicklungsgeschichte zurück – vom Pyramidenbau über militärische Anwendungen bis ins moderne Unternehmen. Und obwohl sich das übergeordnete Ziel der Logistik über die Jahre hinweg nicht wesentlich verändert hat, beobachten wir einen enormen Wandel in der Art und Weise wie dieses Ziel erreicht wird (vgl. TUP).

Die Grundlage für die Weiterentwicklung und Optimierung der Logistik stellen dabei primär neue Technologien dar. Während wir den Wandel vom Flaschenzug zum Gabelstapler oder vom Pferd zum LKW bereits erfolgreich gemeistert haben, warten im Zuge der digitalen Transformation neue Aufgaben auf die Logistik.

In Zukunft werden autonome Roboter oder Drohnen, optimierte Routenplanungen durch künstliche Intelligenz, der 3D-Druck und viele weitere Technologien nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel darstellen. Unternehmen müssen diese Technologien frühzeitig für sich erkennen und auf Basis einer klaren Strategie die richtigen Maßnahmen treffen.

Trends und Entwicklungen in der Logistik

Sicher sind Veränderungen – insbesondere in der Logistik – sehr kostspielig und meist mit hohem Aufwand verbunden. Vor allem immer dann, wenn es um die Einführung gänzlich neuer Lösungen geht. Oftmals ist unklar ob oder wann sich getroffene Maßnahmen amortisieren. Viele Unternehmen schrecken daher vor großen Investitionen in der Logistik zurück und verbauen sich so die Möglichkeit, langfristig Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Die Entwicklung des Marktes zieht allerdings drei wesentliche Strukturveränderungen in der Logistik nach sich, innerhalb derer es heutzutage immer mehr – und folglich auch kostengünstigere – Lösungsangebote gibt:

1. Automatisierung und Robotik

Umfangreiche Projekte zur Automatisierung des eigenen Lagers waren früher spezialisierten Hard- und Softwareanbietern und deren Systemintegrationspartnern vorbehalten. Allerdings entwickeln sich Technologien zur Lagerautomatisierung in rasantem Tempo weiter.

Nun drängen Robotik-Unternehmen mit einer Vielzahl an Lösungen auf den Markt, wodurch die Kosten der Implementierung sinken. Dies führt dazu, dass sich Roboter auch dann amortisieren können, wenn sie nur kurze Zeit und für bestimmte Aufgabengebiete eingesetzt werden. Gleichzeitig entwickeln Hersteller konventioneller Materialhandhabungsgeräte (z.B. Gabelstapler) ihre Produkte um Automatisierung weiter.

Beide Faktoren führen dazu, dass die Anwendung von sensorik- und robotikgetriebenen Systemen, wie beispielsweise fahrerlose Transportsysteme oder unterstützende Roboterarme, auch für kleinere Unternehmen eine realistische Option zur Optimierung der Logistik darstellen. Dabei gehen die potenziellen Auswirkungen der Lagerautomatisierung über die reine Produktivitätssteigerung hinaus. Die Technologien können der Abwicklung komplexer Omni-Kanal-Anforderungen gerecht werden oder das Serviceniveau erhöhen, um beispielsweise Lieferungen am nächsten Tag zu ermöglichen.

2. Transparenz und Leistungsoptimierung

Durch die Entwicklungen in Datenspeicherungs- und Kommunikationssystemen, kann die Transparenz der Lieferkette heute enorm gesteigert werden. Dabei ist die dahinterliegende Software mittlerweile weitestgehend standardisiert, was es Unternehmen immer einfacher macht, diese zu entwickeln, individuell anzupassen und zu integrieren.

Beispielsweise ist es heute mit einfachen Mitteln möglich, eine App für Smartphones zu entwickeln, mit der Strichcodes von Produkten gescannt und so Lagerbestände erfasst und optimiert werden können. Ein anderes Beispiel sind Analysesysteme, die über Schnittstellen sämtliche Logistiksysteme anbinden und deren Daten zentral speichern. So können Engpässe in Echtzeit über die gesamte Lieferkette aufgedeckt und optimiert werden.

3. „On-Demand“-Lieferung

Je optimierter die Logistik arbeitet, desto höher werden auch die Erwartungen der Kunden. „Same-Day-Delivery“ ist heute keine Ambition mehr, sondern in vielen Fällen Realität.

Insbesondere zur Optimierung der „letzten Meile“ werden daher laufend neue Lösungen entwickelt. Das Unternehmen Cargonexx beispielsweise vernetzt Transportunternehmen mit deren Auftraggebern. Online können freie Flächen auf LKWs nach Bedarf ge- oder verkauft werden. Gestützt durch eine intelligente Software, können so Leerfahrten miniert und Kosten gesenkt werden (vgl. Hamburg Startups). Andere Unternehmen bieten zum Beispiel „Last-Mile-Lieferdienste“ an, bei denen Pendler, Taxifahrer oder Studenten Pakete abholen und auf ihren regelmäßigen Routen zustellen können (vgl. McKinsey).

Entwicklung einer Logistikstrategie

Um die richtigen Maßnahmen zur Optimierung der Logistik im eigenen Unternehmen abzuleiten, ist es unbedingt notwendig, sich mit den Möglichkeiten und Technologien auseinanderzusetzen. Diese sollten aber im ersten Schritt nur als Inspiration dienen – denn nicht jede Lösung passt zu jedem Unternehmen.

Entwickeln Sie daher eine klare Logistikstrategie. D.h. leiten Sie auf Basis der zukünftigen Entwicklung des Gesamtunternehmens die Anforderungen an Ihre Logistik ab. Das können marktseitige Anforderungen (z.B. „Same-Day-Delivery“) oder auch unternehmensinterne Anforderungen sein (z.B. Steigerung der Effizienz). Suchen Sie anschließend gezielt innerhalb dieser Anforderungsfelder nach Lösungen, die Ihr Unternehmen spürbar vorwärts bringen.

Welche Ansätze verfolgen Sie heute schon in Ihrer Logistik? Welche Herausforderungen begegnen Ihnen dabei?

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