19.10.2020 | Autor: Peter Renner | Lesedauer: 3 Minuten

Die Zukunft der IT

Vom Dienstleister zum integrierten Innovator

19.10.2020 | Autor: Peter Renner
Lesedauer: 3 Minuten

Die IT-Abteilung ist wohl eine der jüngsten in der Organisationslandschaft. Trotzdem nimmt sie heute eine nicht wegzudenkende Rolle ein. Neue Technologien wie künstliche Intelligenz, Robotics, Cloud-Solutions u.v.m. machen die IT zu einem essenziellen Bestandteil eines jeden Unternehmens. Zumeist agiert sie heute aber noch als Dienstleister im eigenen Unternehmen, anstatt als integraler Bestandteil des operativen Geschäfts Innovationen voranzutreiben.

Peter Renner Senior Berater
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Die Rolle der IT-Abteilung im Wandel der Zeit

Die rasante Entwicklung von Technologien stellt die IT-Abteilung aller Unternehmen vor neue Herausforderungen. In vielen Unternehmen wird sie heute noch als reine Support-Einheit betrachtet, die für die reibungslose Bereitstellung von Soft- und Hardware verantwortlich ist und die anderen Fachbereiche als Dienstleister lediglich reaktiv unterstützt.

Dieses Verständnis muss sich fundamental verändern. Zum einen führen cloudbasierte Systeme, „Plug-and-Play“-Technologien, frei verfügbare Software und viele weitere Entwicklungen dazu, dass ebendiese Supporttätigkeiten vermehrt zurückgehen oder gar ausgelagert werden können. Zum anderen wird eine reine Support-Aufgabe dem Stellenwert, den Technologie für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen spielt, bei weitem nicht mehr gerecht.

Das Selbstverständnis der IT-Abteilung im Unternehmen muss sich vor diesem Hintergrund ändern. Die IT sollte in der digitalen Transformation eines jeden Unternehmens eine zentrale Rolle spielen. Dabei ist sie bei weitem nicht alleine für die Digitalisierung verantwortlich. Vielmehr geht es darum, Technologien immer stärker in das operative Geschäft – über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg – zu integrieren. Wer sein Unternehmen digital transformieren möchte, muss die beiden Perspektiven – Business- und IT-Kompetenz – eng miteinander verweben. Die IT-Abteilung entwickelt sich daher von einer zentralen Support-Einheit zu einem dezentralen – in allen Fachbereichen vertretenen – Innovator für die digitale Transformation. In Zukunft sprechen wir hoffentlich nicht mehr von der „IT-Abteilung“ als isolierte Organisationseinheit, sondern haben IT-Kompetenzen über alle Fachbereiche hinweg integriert und nehmen Technologie als selbstverständliche Grundlage für unser Geschäft wahr.

Die IT als Innovator

Damit die IT zum Innovator werden kann, müssen die Rahmenbedingungen geschaffen werden, um das operative Geschäft enger mit der IT zu vernetzen. Typischerweise werden in Unternehmen vier Entwicklungsstufen dieser Vernetzung beobachtet, wobei sie auf der vierten Stufe am größten ist. Erst hier kann das volle Potenzial der IT ausgeschöpft werden.

Stufe 1: IT als Kostenfaktor

Auf der ersten Stufe wird die IT-Abteilung im Unternehmen als reine Support-Einheit betrachtet, die keinen Einfluss auf das operative Geschäft hat. Als Dienstleister für Soft- & Hardware beantwortet sie reaktiv die Anfragen aus den Fachbereichen, ist darüber hinaus aber nicht mit dem operativen Geschäft vernetzt und schafft daher aus sich heraus keinen konkreten Wertbeitrag für das Unternehmen.

Stufe 2: IT als Vermögenswert

Auf der zweiten Stufe wird die IT als wichtiger Bestandteil der Kernprozesse verstanden. Sie berät Fachabteilungen bezüglich effizienzsteigender oder kostensenkender Maßnahmen, welche durch technische Standardisierung und transparente IT-Landschaften realisiert werden und stellt gleichzeitig einen kostengünstigen Basisbetrieb sicher. Als nach wie vor überwiegend zentrale Organisationseinheit bringt sie sich in Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen proaktiver ein und schafft somit einen eigenen Wertbeitrag für das Unternehmen.

Stufe 3: IT als Business Partner

Die IT leistet auf dieser Stufe einen aktiven Wert- und Strategiebeitrag, d.h. es besteht eine direkte Abhängigkeit zwischen IT- und Geschäftsentscheidungen. Im Fokus stehen nicht mehr alleinig Kosten- und Effizienzmaßnahmen. Aus technischer Perspektive beteiligt sich die IT auf dieser Stufe strategisch an der Neugestaltung und Optimierung von Prozessen (Geschäftsprozess Management, „Re-Engineering“, KVP, „Lean Management“ etc.), an der Optimierung von Produkten und Services sowie an der Gestaltung organisationaler Transformation („Change Management“).

Stufe 4: IT als Innovator

Auf der vierten Entwicklungsstufe ist die IT integraler Bestandteil des operativen und strategischen Geschäfts. Sie gestaltet Geschäftsmodelle proaktiv mit und generiert neue Geschäftsideen und Erlösmodelle entlang der „Customer Journey“. Sie etabliert sich als (technologischer) Innovationstreiber im Unternehmen. Auf dieser Stufe gibt es keine Unterscheidung mehr zwischen operativem Geschäft und Technologie, vielmehr wird Technologie als Grundvoraussetzung auf allen Wertschöpfungsstufen und für die Weiterentwicklung des bestehenden Geschäftsmodells gesehen.

Genauso wie heute die Elektrizität eine Basistechnologie in jedem Geschäftsmodell darstellt, werden es in Zukunft Technologien wie Künstliche Intelligenz, Robotics, Cloud-Solutions u.v.m. sein, die zur Selbstverständlichkeit werden. Es ist daher unabdingbar, diese als integrative Grundlage für das operative Geschäft und die strategische Weiterentwicklung eines jeden Unternehmens zu sehen (Quelle: it-daily).

Entwicklung der IT-Abteilung

Um die IT als integralen Bestandteil des operativen Geschäfts verstehen zu können, müssen Unternehmen die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Das beginnt bei der organisationalen Verankerung der IT-Abteilung. Auf der vierten Entwicklungsstufe sprechen wir nicht mehr zwangsläufig von der isolierten „IT-Abteilung“. Vielmehr sind IT-Kompetenzen dezentral über alle Fachbereiche hinweg organisiert. Bestenfalls sitzen also in jedem Fachbereich auch IT-Kompetenzen, die IT- und Business-Perspektive zusammenbringen und als agile Teams das Unternehmen nachhaltig weiterentwickeln.

Auf dem Weg dorthin werden Mitarbeiter aus Fachbereichen vermehrt IT-Kompetenzen benötigen, genauso wie IT-Mitarbeiter das Business besser verstehen müssen. Gezielte Aus- & Weiterbildungen sind hierbei unumgänglich.

Nicht zuletzt muss auch in den Köpfen der Mitarbeiter ein Umdenken stattfinden, um die Geschäfts- mit der IT-Seite zu vernetzen. Es muss zur Selbstverständlichkeit werden, technische Lösungen als Grundbestandteil der Geschäftswelt zu verstehen. Typischerweise beginnt eine solche Veränderung des „Mindset“ bei Management und Führungskräften, die die neue Denkweise als Multiplikatoren in das gesamte Unternehmen tragen (Quelle: t3n).

Auf welcher Stufe verorten Sie Ihre IT-Abteilung heute? Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um das Geschäft und IT stärker zu vernetzen?

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