19.04.2021 | Autor: Moritz Keding | Lesedauer: 4 Minuten

Die richtige Balance aus Rendite, Wachstum und Risiko

Für ein Höchstmaß an Bankenunabhängigkeit

19.04.2021 | Autor: Moritz Keding
Lesedauer: 4 Minuten

Was ist unternehmerischer Erfolg und wie lässt sich dieser messen? Ist Erfolg eine zufriedene Belegschaft und eine möglichst geringe Fluktuation? Sind es zufriedene Kunden und/oder stetiges Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich? Sind Sie erfolgreich, wenn sich Ihr eingesetztes Kapital möglichst hoch verzinst? Im Folgenden wird der Zusammenhang von Rendite, Wachstum und Risiko beleuchtet.

Moritz Keding Senior Projektleiter
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Dauerhafter Wettbewerb über den Preis ist tödlich. In Polypol-Märkten, also transparenten Märkten mit einer Vielzahl von Anbietern und Nachfragern ist die Sicherstellung langfristigen Erfolges durch möglichst hohe Ergebnisse kaum möglich. Preiserhöhungen lassen sich vielfach schwer durchsetzen, da unmittelbarer Kundenverlust droht. Das Internet bietet ein Höchstmaß an Preistransparenz, was diesen Effekt verstärkt. Steigende Aufwendungen stehen oftmals rückläufigen Roherträgen – in Folge aggressiven Preiswettbewerbs – gegenüber. Langfristig sinkende Gewinne sind das Ergebnis.

Rückläufige Umsatzrenditen am Beispiel Baustoffhandel

Ein Beispiel für diese Zusammenhänge ist der Baustoffhandel. Diese Branche kämpft seit Jahren mit starkem Preisdruck, u.a. durch ein zunehmendes Onlineangebot und Preisaggressivität der Wettbewerber, bei gleichzeitig steigenden Aufwendungen für Personal und Logistik in Folge des Fachkräftemangels. Das Resultat sind branchenweit rückläufige Umsatzrenditen bei zugleich hoher Kapitalbindung und Kundenausfallrisiken. In der Folge verlassen mehr und mehr kleine bis mittlere Handelsunternehmen den Markt bzw. werden von größeren Wettbewerbern übernommen oder schließen sich zusammen.

Erfolg ist die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes

Dauerhafter Erfolg ist primär über die Schärfung eigener Kernkompetenzen bzw. des Geschäftsmodells und der daraus resultierenden Schaffung von Wettbewerbsvorteilen möglich. Die Strategieentwicklung nimmt sich dieser Aufgabe an, da mit der Strategie die langfristige Ausrichtung einer Organisation festgelegt wird. Diejenigen Unternehmen haben „die Nase vorn“, die sich am schnellsten an geänderte Rahmenbedingungen anpassen und Erfolg durch klare Wettbewerbsabgrenzung schaffen.

Wettbewerbsvorteile durch klare Kernkompetenzen

Zielsetzung und somit Erfolg des wirtschaftlichen Handels ist die Steigerung des Unternehmenswertes. Doch wie definiert sich der Unternehmenswert? Den einen korrekten Unternehmenswert gibt es nicht, da Firmenwerte – gleich dem Preis für eine Immobilie – stets subjektive Wertspannen darstellen. Es stellt sich also die Frage: „Wer ist bzw. wäre bereit welchen Betrag für mein Unternehmen zu bezahlen?“

Folgende Parameter bestimmen den Unternehmenswert und somit den Erfolg maßgeblich:

  • Rendite
  • Wachstum
  • Risiko

Die Bewertung des Erfolges mittels 5 zentraler Kennzahlen

Fünf zentrale Kennzahlen der Unternehmenssteuerung

ROCE – das Ergebnis aus dem eingesetzten Kapital bestimmt die Rendite Ihres Unternehmens

Für die Ermittlung des Return on Capital Employed (ROCE) wird das EBIT ins Verhältnis zum eingesetzten Kapital gesetzt. Demnach haben die Höhe des Unternehmensergebnisses, wie auch die Höhe des eingesetzten Kapitals unmittelbaren Einfluss auf Ihre Rendite. Hieraus leiten sich diverse Stellhebel auf beiden Seiten ab.

Ihre wesentlichen Stellhebel zur EBIT-Steigerung sind:

  • Umsatzausweitung
  • Rohertragsoptimierung
  • Reduzierung der Fixkosten

Die richtige Strategie entscheidet, inwiefern es Ihnen gelingen kann, mittels Differenzierung in einem bestehenden Wettbewerbsumfeld Umsätze und Roherträge auszuweiten. Mit erhöhter Produktivität lassen sich Deckungsbeiträge optimieren bzw. stehen höhere Deckungsbeiträge geringeren Fixkosten gegenüber.

Optimieren Sie Ihre Lagerbestände, ohne hierbei ihre Produktion zu gefährden. Legen Sie Min-/Maxbestände fest. Bringen Sie Ordnung in Ihr Lager und Ihre Warenwirtschaft. Führen Sie Rücknahmen/Reklamationen und Neuware systemseitig möglichst schnell Ihren Beständen zu, um unnötige Bestellungen zu vermeiden. Der Abbau Ihrer Vorräte wirkt sich, wie die gesamte Optimierung Ihres Working Capitals (Umlaufvermögen abzüglich kurzfristiger Verbindlichkeiten) unmittelbar positiv auf Ihre Rendite aus.

Umsatzveränderung – Wachstum, aber bitte nicht um jeden Preis

Da zahlreiche Branchen unmittelbar von veränderten Kundenbedürfnissen oder Marktbedin-gungen – z.B. in Folge zunehmender Digitalisierung – betroffen sind, wird mit teils enormen Wachstumsbestrebungen versucht, den Unternehmenswert zu stabilisieren bzw. zu steigern. Signifikantes, organisches Umsatzwachstum in „umkämpften“ Märkten ist oftmals nur mittels aggressiver Preispolitik und somit niedriger Deckungsbeiträge möglich, was sich negativ auf Ihre Renditen auswirkt. Spätere Preiserhöhungen lassen sich oftmals schwer durchsetzen. Und Vorsicht! Ein häufiger Insolvenzgrund ist zu schnelles Wachstum.

Eigenkapital, Verschuldungsgrad und Cashflow

Sich verändernde bzw. begehrte Märkte erschweren nicht selten organisches Wachstum. Mit oftmals bankenfinanzierten Zukäufen wird somit häufig auf die Möglichkeit anorganischen Wachstums zurückgegriffen. Bedenken Sie bitte, dass sich bankenfinanziertes Wachstum negativ auf Ihre Eigenkapitalquote und Ihren Verschuldungsgrad auswirken. Zudem belasten Kaufpreis und Kaufnebenkosten Ihren Cashflow.

Die richtige Balance aus Rendite, Wachstum und Risiko

Ein Höchstmaß an Bankenunabhängigkeit

Anzustreben ist ein Höchstmaß an Bankenunabhängigkeit durch hohe Eigenkapitalquoten und ausreichend finanzielle Mittel. An dieser Stelle sprechen wir vom kapitalmarktfähigen Unternehmen, welches sich am Kapitalmarkt problemlos finanzieren kann, dies aber eben nicht muss. Gerade in Krisenzeit gilt das Motto „Cash is King“. Es kommen in der Regel die Unternehmen erfolgreich oder gar gestärkt durch Krisen, die über ausrechend finanzielle Mittel verfügen bzw. diese schnell und problemlos abrufen können.

Behalten Sie laufend den Überblick!

Behalten Sie die drei relevanten Kerngrößen Rendite, Wachstum und Risiko im Blick und verknüpfen diese mit Ihren strategischen Handlungsoptionen. Wägen Sie jeweils ab.

Mittels integrierter Unternehmensplanung fixieren sie Ihre Ziele und erhalten Rückkopplungen zu geplanter Rentabilität und Liquidität. Einfache Managementcockpitlösungen helfen Ihnen laufend bei der Führung Ihres Unternehmens. Lassen Sie sich die relevanten Kennzahlen regelmäßig berich-ten und verlieren Sie keine wertvolle Zeit. Wertvernichtung beginnt bereits mit Unterschreitung der Kapitalkosten – trotz buchhalterisch schwarzer Zahlen!

Fazit

Unternehmerischer Erfolg lässt sich klar messen. Mit nur 5 wesentlichen Kennzahlen haben Sie den Überblick hinsichtlich Rendite, Wachstum und Risiko. Bei der nachhaltigen Steuerung Ihres Unternehmens ist zwingend auf eine ausgewogene Balance zu achten. Planung und laufende Überwachung zeigen rückläufige Erträge auf, bevor abnehmende Liquidität und zunehmende Verschuldung ernsthafte Risiken darstellen.

Erfahren Sie mehr zum Thema im Webinar Rendite-Steigerung im Bau-Fachhandel am 18. Mai 2021.

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